Offen und ehrlich

Geländewagen-Cabrios sterben allmählich aus.
Früher gab es noch von jedem Offroader eine Stoffdach-Variante, heute sind nur vier Modelle übrig.
Aber alle vier sind echte Geländegänger. Mit Leiterrahmen, Starrachsen und dem Duft der Freiheit, die um die Nase weht.

Im Test:
Land Rover Defender KILZER-Cabrio (Testsieger)
Jeep Wrangler Unlimited
Suzuki Jimny 1.3
Mercedes G320 CDI






Super-Dach von KILZER

Land Rover hat zwar einen Defender mit Softtop im Programm, wer aber ein echtes Cabrio mit Faltverdeck und ohne die störenden Spriegel möchte, muss den Spezialisten Kilzer besuchen. Hier erhält der Landy das Stoffdach vom französischen Hersteller ChallengeC&R. Kostet je nach Defender-Basis (auch ein Station ist umrüstbar!) 4420-5823 Euro. Eine stolze Summe zwar, aber gerechtfertigt. Mit einem Grundpreis von 25400 Euro ist der Defender ohnehin günstig. Was beim Serien- Softtop bis zu einer Viertelstunde dauern kann und besonders beim Schließen wildes Fluchen verursacht, ist beim Kilzer-Defender in rund einer Minute geschehen. Und dann gibt es Cabrio-Feeling satt. Durch die schmalen Säulen und den vergleichsweise dünnen Überrollbügel hat der Kilzer-Defender mehr Sonne im Innenraum als jeder andere Offroader. Dennoch halten sich nervige Windverwirbelungen in Grenzen. Die Sonnenblenden machen ihren Nebenjob als Windabweiser hervorragend. Gerade der neue Viersitzer (Station) eignet sich als Cabrio perfekt für Ausfahrten in den Sommer – der Wegfall der Längssitzbänke ist ein Glücksfall fürs Cabrio, das nun noch perfekter wirkt.




TD4 - Traum-Diesel für 4

Über Geländeeigenschaften beim Defender braucht man gar nicht zu sprechen: Nicht umsonst zählt er zu den Lieblingen der Fernreisenden. Gerade mit dem neuen TD4-Motor hat er noch mal gewonnen – an Antrittsvermögen und Souveränität. Das weit gespreizte Sechsganggetriebe und der TD4 harmonieren perfekt. Endlich sind auch längere Etappen ohne Gehörschaden möglich, dazu muss das Verdeck aber straff verzurrt werden, sonst schlagen die Kunststofffenster an das Gestänge. Die niedrige Fensterlinie ermöglicht beste Übersicht und zielgenauer Manövrieren und auch bei geschlossenem Cabrio-Dach besitzt der Defender eine absolut hervorragende Rundumsicht.




Sondermodell

Besonders gut steht der Cabrio-Umbau dem Sondermodell, das Kilzer zum 60-jährigen Land Rover – Jubiläum aufgelegt hat. Der Keswick-grüne 90er kommt mit ABS, Klima, Winterpaket, Kotflügel mit Riffelblech, Sportlenkrad, Rallye-Stoßstange mit Zusatzleuchten, Fahrwerks-Kit, Anhängekupplung und 235/85 R16-Reifen auf Stahlfelgen. Ohne Cabrio-Umrüstung ab 33.333 Euro.









OFF-ROAD

Text: Gerhard Bieber

Fotos: Peter Kapser


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